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15.10.2005
PIAS
Scala & kolacny Brothers - das neue
Album Grenzenlos
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Es war mitten in einer regen
Diskussion im Internet-Forum auf der Website des
Scala-Chores über das Für und Wider gewisser deutscher Bands
und ob irgendwer deren Lieder covern dürfe, als ein gewisser
Tino am 25. Februar dieses Jahres eine kleine Frage stellte:
“Was wird jetzt eigentlich aus dem angekündigten deutschen
Album?” Das war, wie Steven Kolacny, gemeinsam mit seinem
Bruder Stijn, Dirigent des belgischen Mädchenchores, heute
schmunzelt, “zu diesem Zeitpunkt längst in Arbeit.” Aber
leicht war diese Arbeit gerade nicht.
Immerhin war den rund 40 Mädchen und Frauen –
Durchschnittsalter: 19 Jahre – mit ihrem Album “Dream On”
und Cover-Versionen der Songs von Depeche Mode und UB40,
Radiohead und The Verve, Lou Reed und den Nine Inch Nails
gelungen, womit in dem Maße |
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nicht einmal die Plattenfirma
gerechnet hatte.
Zunächst nur an Rockclubs und einige wenige Radiosender
bemustert, pickte sich als erstes Radio Fritz die
Coverversion von Rammsteins Engel. Als dort die Telefone
heiß liefen, wurde ein Radiokonzert an der Spree
organisiert. An jenen Abend denkt Steven Kolacny bis heute,
“wir waren total geschockt, als wir sahen, wie viele Leute
uns da auf einmal sehen wollten.”
Dies war der Startschuß zu
einer Erfolgsgeschichte, die ein knappes Jahr später allein
in Deutschland in über 100.000 verkauften Tonträgern
gipfelte und das Land zwischen Nordsee und Alpen zum besten
Markt der Belgier werden lassen.
Wenn Rammstein heute im eigenen Lande Konzerte gibt, dann
ist “Engel” ihre letzte Zugabe, danach kommt nicht selten
dessen Cover von Scala vom Band als Grande Finale. Für
Steven Kolacny, Pianist und Chorleiter der Truppe, war die
Berliner Band noch vor zwei Jahren “die einzige, die ich aus
Deutschland kannte. Für uns war das jetzt eine tolle Sache,
ein Land anhand seiner Musik zu erkunden. Wir saßen da mit
unzähligen Platten von Künstlern, deren Namen wir nicht
einmal richtig aussprechen konnten, und tauchten ab in die
deutsche Popszene. Sowas gibt es ja in Belgien nicht, hier
singen sie alle englisch und spielen entweder wie die
Engländer oder wie die Amerikaner.”
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Beides lässt sich Scala nicht
vorwerfen, ohne Anfeindungen indes sind die jungen Damen und
ihre Chorleiter trotzdem nicht geblieben. “Zu Anfang hieß
es”, sagt Steven Kolacny, “wir spekulierten nur auf den
schnellen Erfolg.” Mit so etwas sei aber zu rechnen gewesen,
“mein Bruder war ja auch zunächst völlig dagegen,
Coverversionen aus dem Pop mit dem Chor zu singen. Als er
dann die ersten Versuche hörte, ging es ihm wie später
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auch dem Publikum. Oder
wenigstens einer Hälfte davon: Nach dem ersten Erstaunen
teilte sich das Lager in Liebende und Hassende – wobei viele
Negativ-Reaktionen schon fertig formuliert waren, bevor
deren Autoren unsere Musik überhaupt gehört hatten. Manches
an Ablehnung ist dann während der Tournee vor den Bühnen
verschwunden.”
Jetzt ein Album mit ausschließlich deutschen Liedern, mit
zum Teil götzenhaft verehrten Songs von Rio Reiser und
Grönemeyer, den Ärzten, Wir sind Helden, Mia oder Echt
aufzunehmen, das war dennoch ein neues Wagnis. “Erstmal ist
es dabei wie immer”, wie Steven Kolacny meint, “du machst
einfach Anfängerfehler. Ich habe mir zum Beispiel mit meinem
Bruder aus all den Platten die Stücke heraus gesucht, die
uns am besten gefielen. Bis wir merkten, dass diese Stücke
nicht unbedingt jene waren, die von einem Mädchenchor am
besten zu interpretieren sind.”
Also haben sie sich Hilfe dort geholt, wo die Songs vor
allem ankommen sollten: In Deutschland, und zwar bei ihrer
Plattenfirma. “Wenn du in Belgien nach deutschen Liedern
fragst, kriegst du Rammstein und 99 Luftballons zur Antwort.
Also fragst du besser woanders nach einer Vorauswahl.” Jene
zwölf Songs, die jetzt in die Endrunde und ergo auf das
Album kamen, werden als Sammlung wieder für Diskussionen,
aber auch für viele glückliche Gesichter sorgen. Letzten
Endes darf sich ein ganzes Land über eine Hommage an seine
nicht wirklich weltberühmte Pop-Kultur freuen.
Text:
©
Piasecordings |

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