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Scala & Kolacny Brothers: Presse

 

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14.10.2005 www.teleschau.de

100.000 Stück ihres Debütalbums "Dream On" setzten Scala & Kolacny Brothers alleine in Deutschland ab.

 

Mit freundlicher Genehmigung von _teleschau - der mediendienst

   

 

100.000 Stück ihres Debütalbums "Dream On" setzten Scala & Kolacny Brothers alleine in Deutschland ab. Das ist an sich schon sehr ordentlich, im Falle dieser CD war es ein mittleres Wunder. Denn die kam von einem Indie-Label, wurde mit nur wenig Promotion veröffentlicht und, vor allem, war musikalisch weit weg von dem, was man so Mainstream nennt. Ein belgischer Mädchenchor covert Popsongs wie "Creep" oder "Under The Bridge", begleitet nur vom Klavier und dezenten Streichern. Eigentlich eine Liebhabersache, musikalisch übrigens durchaus traditionsbehaftet,

 

 

man denke nur an das großartige Langley Schools Music Project, das Mitte der 70er-
  Jahre mit glockenhellen Kinderstimmen Bowie und die Beach Boys intonierte. Jetzt also der zweite Streich von Scala. Nur deutsche Songs - das klingt, Verzeihung, etwas zu kalkuliert. Aber wer will's ihnen übel nehmen. Die wissen, wo ihre Zielgruppe sitzt und machen das Beste daraus.

Steven und Stijn Kolacny sichteten. Sie hörten sich quer durch die deutsche Popmusik der letzten Jahrzehnte, entdeckten, probierten, zweifelten, verwarfen. Ein Dutzend Songs waren es, die schließlich übrig blieben.

Was dabei auffällt: Die gehen schon auf Nummer sicher. Kaum ein Lied, das nicht ein Hit war. Am unbekanntesten dürfte noch "Tausend Tränen Tief" von Blumfeld sein. Ansonsten: Die jungen Damen singen das "Denkmal" von Wir sind Helden, versuchen sich an Rammsteins "Mutter" ebenso wie an Herbert Grönemeyers "Mensch". Sie machen "Ein Kompliment" (Sportfreunde Stiller), zähmen "Hier Kommt Alex" von den Toten Hosen und singen am Schluss mit "Das Modell" und "Junimond" Pop-Klassiker von Kraftwerk und Rio Reiser.

Es liegt in der Natur der Sache und sicher auch an persönlichen Hörgewohnheiten, dass das nicht immer funktioniert. "Die Perfekte Welle" von Juli ist schon im Original ein grässlicher Song, dessen Reißbrett-Dynamik den Chor schlichtweg überfordert. Auch die Umsetzung von "Ein Kompliment" klappt nur bedingt, was aber eher am Lied als an Scala liegt.

Zwei Ausfälle also. Das ist eigentlich ein guter Schnitt, zumal der Rest von "Grenzenlos" teilweise begeistert: "Hungriges Herz", im Mia-Original etwas zu gekünstelt, wird von Scala sozusagen freigelegt. Das fast vergessene "Du trägst keine Liebe in dir" von Echt findet ja quasi innerhalb seiner Zielgruppe statt, wenn es von drei Dutzend Teenagern intoniert wird. Glaubwürdigkeitsmäßig also ein dicker Pluspunkt. "Das Modell" kommt fast als Boogie - schön, dass sich Steven Kolacny am Klavier hier mal wenigstens kurz vom sinfonischen Schönklang entfernt. Und am Ende halt "Junimond": Natürlich ist es schwierig, die Kraft des Originals in die Jetztzeit zu transferieren, oben genannte Echt scheiterten daran ja bereits grandios. Scala umgehen alle versteckten Fallen und reduzieren den Song aufs Wesentliche. Keine Sperenzchen, keine übertriebenen Stimmspielchen. Klare Stimmen, die wissen, was sie können, damit das Lied aber nicht ersticken. Großes Finale einer nicht immer leichten, aber spannenden Platte.

Text: © teleschau - der mediendienst - Jochen Overbeck

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