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Scala & Kolacny Brothers: Presse

 

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12.01.2005  mit Loops und Leidenschaft

bubblehouse Saalgeflüster über Scala in Köln

 

Ein Mikrofon am äußersten rechten Bühnenrand, zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagzeug und dazu einige Percussions im Hintergrund deuteten auf einen Auftritt hin, der nicht unbedingt von einem Chor dominiert werden würde.
Ein paar irritierte Konzertbesucher fragten ihre Banknachbarn, ob sie denn überhaupt richtig seien, nämlich bei Scala und den Kolacny Brothers. Ja, so die beruhigende Antwort, das stimme wohl.

Langsame Trommelschläge lösten das vermutete Mysterium. Die hier aus dem gesamten Chor zusammengestellten ausschließlich weiblichen Stimmen von Scala nahmen ruhig und sortiert ihre Stehplätze ein und griffen zu ihren mobilen Headsets. In beinahe monumentaler Weise starteten die etwa 40 Belgierinnen in Kombination mit erwähnter Band und gewaltiger Stimmkraft.
Mit Chorleiter und Mentor Stijn Kolancy kam dann auch das am vorderen Bühnenrand befindliche Mikrofon zum Einsatz. Kraftvolles zu Beginn und feines Material im Mittelteil schufen ein griffiges Format, wie es so wohl kein zweites Mal auf Konzertbühnen zu finden war, zumal nicht nur eine Band zum Einsatz kam, sondern ebenso Streichquartett Kryptos, das gemeinsam mit dem Chor ungeahnte Ausdrucksmöglichkeiten in Stimme und Klang auf die Spitze trieben. Dem anschließenden Quartett-"Solo" zu Queens "Bohemian Rhapsody" durfte man ohne weiteres das Prädikat "wertvoll" verleihen.

Kolacny Brothers (bild: http://www.kolacny.com/)Dem beinahe hauchzarten "Arschloch" (aus "Schrei nach Liebe" von den Ärzten) aus den singenden Mündern der jungen Belgierinnen schaffte keine Diskussionsgrundlage für vielleicht skeptische Konzertbesucher. Der Anspruch war durch das höchst perfekt inszenierte Konzertkonzept jederzeit gegeben.
Scalas Leidenschaft zur Musik fand auch durch Dirigent Stijn Kolacny besonderen Ausdruck. Er lebte die Musik, offenbarte sich und trug sein ganz persönliches Bühnenengagement frei zur Schau. Bruder Steven unterstützte mit Piano, welches trotz Quartett und Band den größten Anteil des Abends übernahm.
Rammsteins "Engel" und Wolfsheims "Kein Weg zurück" fügten sich elegant zu "With or without you" (U2) und Kylies heiter-poppigem "Can't get you out of my head".

Noch zwei Songs in der Landessprache und ein erfreutes wie motiviertes Publikum blickte auf ein hinreißendes Ereignis zurück. Die Mädchen verließen unterdessen in einem Soundschwall gesampelter Loops ihrer eigenen Gesangsstimmen die Bühne.
Wer jetzt Appetit bekommen hat: Am 12. Februar kommt Scala erneut nach Köln (E-Werk).

 

Text: Michael Hoch (mit freundlicher Genehmigung www.bubblehouse.de ; T. Rosenberg)

Quelle: http://www.bubblehouse.de/saalgefluester/archiv/saalgefluester_96_.php

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